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Eine Woche mit einer fernen Sprache

🧠 From memory — read the text, then write it from memory.

Heute halte ich eine Seite in den Händen, geschrieben in einer Sprache, die weit von meiner eigenen entfernt ist. Noch kann ich sie nicht lesen. Ich gebe mir eine Woche.

Am Anfang sind es nur Formen und Rauschen. Doch jeden Tag setze ich mich zu ihr, und etwas löst sich: hier ein Laut, dort ein Wort, bis die fremde Sprache leise anfängt, mir zu gehören.

Man sagt, die eigene Sprache sieht man erst, wenn man aus ihr heraustritt. Vielleicht lehren uns gerade die fernen Sprachen am meisten: Je größer die Entfernung, desto klarer der Blick zurück nach Hause.

Und wenn ich die Seite am Ende laut lese, liegen Klänge vom anderen Ende der Welt in meiner eigenen Stimme. Vielleicht ist Sprache genau dafür da: jemanden in der Ferne zu erreichen und sich selbst dabei zuzuhören, wie man ein Stück größer wird als zuvor.